Was tut sich im Verein?


Mahnwache für ein Bleiberecht für Adet

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Adets Abschiebung verhindern - Adet muss bleiben!

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Appell des Bayrischen Flüchtlingsrates: "Menschenwürde statt Abschiebehysterie"

Der Bayerische Flüchtlingsrat und 250 Erstunterzeichner*innen starten folgenden Appell an die bayerischen Wähler*innen:

 

"Bedenken Sie die Situation von Flüchtlingen bei Ihrer Wahlentscheidung!


In den vergangenen Monaten erleben wir einen massiven Angriff auf das Asylrecht und eine politische Debatte, die sich massiv nach rechts verschoben hat. Begriffe wie „Asyltourismus“ und „Systemversagen“, die vor nicht allzu langer Zeit nur von den extrem Rechten verwendet wurden, werden nun wie selbstverständlich von Vertreter*innen der Bundes- und der bayerischen Landesregierung verwendet.

Diejenigen aber, die seit Jahren engagiert Flüchtlinge unterstützen, die Integration gegen massivste Widerstände fördern und miterleben müssen, wie Flüchtlinge psychisch unter ihrer Situation leiden, kommen kaum noch zu Wort. Sie gehen in dem Getöse um Grenzschließungen, konservative Revolutionen, grundsätzliche Systemwechsel und Endspiele um die Glaubwürdigkeit vollkommen unter. Sie sind es leid, Appell über Appell und Petition über Petition an die Regierenden in Berlin und München zu starten, um eine Rückkehr zu einer vernünftigen, menschenwürdigen Asylpolitik einzufordern.

Deshalb wenden sich nun 250 Organisationen und Einzelpersonen, darunter besonders viele Helferkreise und Flüchtlingshelfer*innen aus ganz Bayern mit einem Appell an die Wahlberechtigten für die bayerische Landtagswahl. Sie erinnern an die vielen Verschärfungen des Asylrechts, an AnKER-Zentren und Arbeitsverbote, Abschiebedruck und Suizide und an die vielen kleinen Schikanen, mit denen gesellschaftliche Teilhabe und Integration von Flüchtlingen erschwert und verunmöglicht wird.

Weil Flüchtlinge bei der Landtagswahl nicht wählen dürfen und sich deshalb nicht selbst für ihre Interessen einsetzen können, appellieren sie an die bayerischen Wähler*innen:
Bitte berücksichtigen Sie bei ihrer Wahlentscheidung den gesellschaftlichen Frieden und die Würde aller Menschen in Bayern. Geben Sie ihre Stimme nicht denjenigen, die Flüchtlingen ablehnend und feindselig gegenüberstehen und sie nur als Objekte für Abschreckung und Abschiebung betrachten. Achten Sie darauf, dass Sie Parteien wählen, die Teilhabe und Integration zur zentralen Gestaltungsaufgabe der Politik machen.

Seit heute können alle Menschen, die diesen Standpunkt teilen, den Appell an die bayerischen Wähler*innen unterzeichnen. Sie können damit ein deutliches Zeichen setzen für die Menschenwürde und gegen die Abschiebehysterie, die durch die bayerische Landesregierung verbreitet wird."

Es ist nun wichtig, den Appell an möglichst viele Menschen aus der Zivilbevölkerung zu verbreiten. Bunt statt Braun gehört als Verein zu den Erstunterzeichner*innen. Wir Ehrenamtlichen haben uns in den letzten Jahren kontinuierlich für die Wahrung von Menschenrechten, Integration, Perspektiven und Vertrauen eingesetzt. Dies darf jetzt nicht kaputt gemacht werden!

 

Den Appell, die Liste Erstunterzeichner*innen, eine Vorlage für Unterschriftenlisten und die Möglichkeit, den Appell online zu zeichnen finden Sie unter: 

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/appell-zur-landtagswahl-2018.html

 

Bunt statt Braun Kinderfreizeit

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Unojah kommt am 30.06.18 ins Glashaus

Bunt statt Braun präsentiert die Band Unojah im Glashaus - deren Motto "Bunter als du dachtest!" ist. Unojah sind eine Multi-Kulti-Reggae Weltmusikband. Fünf Musiker aus vier Nationen und drei Religionen mixen einen bunten Cocktail aus Reggae, Pop, Latin, Hip Hop, Oriental und Weltmusik mit Texten in vielen Sprachen. Die Band transformiert die Buntheit und Lebensfreunde dieser Inspirationsquellen in energiegeladene Konzerte. Bei aller Feierlust sind die Texte von Unojah zudem sozialkritisch, tiefsinnig und poetisch. 

Also: Nicht zögern, kommt vorbei! Denn in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit zeigen die Jungs, dass eine Mischung aus Unterschieden funktionieren kann. Nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Vielfalt entsteht etwas Aufregendes und Neues!

 

Das Konzert beginnt um 21 Uhr, Einlass ist um 20 Uhr. Wir freuen uns darauf, mit euch allen einen tollen Abend voll musikalischer Vielfalt zu feiern!

Adets Abschiebung verhindern - Adet muss bleiben!

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Freie Beete in den "Gärten der Begegnung"

In den "Gärten der Begegnung" in der Glockenstraße Bayreuth sind aktuell drei Beete frei. Sie sollen an geflüchtete Familien vergeben werden. Wenn ihr Familien kennt, die Interesse am Gärtnern und am geselligen Zusammensein haben, meldet euch gerne unter gaerten-der-begegnung@gmx.de oder bei Christel Stein.

Baryalai muss bleiben!

Am frühen Morgen des 28. November 2017 wurde unser afghanischer Freund Baryalai in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bayreuth von der Polizei festgenommen und in Abschiebehaft verbracht. Wie er vom zuständigen Richter erfahren hat, ist für ihn ein Platz im für den 6.12.2017 geplanten Abschiebeflug nach Afghanistan vorgesehen.

Nachdem seine bisher für ihn zuständige Anwältin per Eilantrag erwirkt hat, dass er aus der Haft entlassen wird, ist Baryalai mittlerweile wieder frei – dennoch droht ihm nach wie vor die Abschiebung.

 

Baryalai ist 26 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. In all den Jahren hat er sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, hat immer gearbeitet, wenn er durfte und ist froh, dass er in Deutschland leben kann.

Baryalais Vater war in Afghanistan politisch aktiv. Als der Junge fünf Jahre alt war, wurde die Verfolgung durch die Taliban so gravierend, dass er mit einem Onkel in den Iran floh. Seitdem hat er nichts mehr von seinen Eltern gehört. Er befürchtet dass sie, wie andere Freunde und Familienmitglieder auch, von der Taliban getötet wurden.

Im Iran starb sein Onkel bei einem Autounfall, sodass Baryalai auf sich allein gestellt war.

Als er aus dem Iran nach Afghanistan abgeschoben werden sollte, floh er weiter. Er ist sich sicher, dass die Taliban ihn in Afghanistan töten würden.

2011 kam Baryalai nach Deutschland und stellte hier einen Asylantrag. Gleichzeitig versuchte er, sich eine Zukunft aufzubauen. Nachdem er 2014 für neun Monate beim BfZ einen Deutschkurs besucht und mit Erfolg abgeschlossen hat, besuchte er zwei Jahre lang die Mittelschule, die er 2016 abschloss. Neben der Schule arbeitete er in einem Restaurant. Er erzählt oft, wie viel Spaß ihm die Arbeit dort gemacht habe, da er gerne kocht und im Service arbeitet. Zudem hat er drei Monate als Schweißer gearbeitet. Baryalai ist vielseitig interessiert und kann flexibel in vielen unterschiedlichen Berufen arbeiten. Daher hat er die Zeit als Schweißer ebenso genossen. Er hätte eine Ausbildung zum Automechaniker antreten können, leider erteilte ihm die Ausländerbehörde keine Beschäftigungserlaubnis. Das macht  ihn sehr traurig. Ohne eine sinnvolle Aufgabe zu sein, das kann er sich nicht vorstellen. Für seine Zukunft in Deutschland wünscht er sich nichts sehnlicher, als eine Ausbildung machen und arbeiten zu dürfen.

Baryalai arbeitet immer weiter an seinem Deutsch, damit er sich eine Zukunft in Deutschland aufbauen kann. Er wünscht sich eine Familie, dafür braucht er allerdings, so sagt er, ein sicheres Einkommen, damit er auch für seine Familie sorgen kann. Er ist ein sehr sozialer Mensch, der gerne Kontakt zu anderen pflegt. Jeden Tag trifft er seine Freunde aus Deutschland, Afghanistan und Russland. Sie sind, so sagt er, seine Familie in Deutschland.

Baraylais Geschichte aus der Zeit in seiner Heimat und über sein Leben in Deutschland macht deutlich: Er ist ein Mitglied unserer Gesellschaft. Er ist in Deutschland angekommen, wo er sich zu Hause fühlt und ein Leben in Sicherheit verbringen möchte. Er hat hart gearbeitet, um sich dieses Leben zu schaffen und hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass ihm eine Zukunft in Deutschland möglich ist. Diese Chance darf ihm nicht genommen werden! Baryalai darf nicht abgeschoben werden!

Erst ein Abkommen der EU mit Afghanistan machte Ende 2016 Abschiebungen nach Afghanistan wieder möglich. Das Land ist aber keineswegs sicherer geworden; Die Zahl der bei getöteteten Zivilisten in Afghanistan steigt seit Jahren stetig an. Im ersten Halbjahr 2017 gab es bereits fast so viele Tote wie im gesamten Vorjahr. Erst als Ende Mai auch die Deutsche Botschaft in Kabul Ziel eines Anschlags wurde, schränkte der Bundestag die Abschiebungen nach Afghanistan ein. Zwar sind Abschiebungen, trotz der sich immer weiter verschlechternden Sicherheitslage, weiterhin möglich. Die Abschiebungen wurden aber eingegrenzt auf Straftäter, Gefährder und Identitätstäuscher. Die neue Lagebeurteilung, der der Bundestag zugestimmt hat, können Sie hier nachlesen. Baryalai ist nicht vorbestraft, kein Gefährder und er hat seine Geburtsurkunde der Ausländerbehörde vorgelegt. Es ist uns unverständlich, warum das Innenministerium trotzdem versucht, ihn abzuschieben.

 

Um die bevorstehende Abschiebung abzuwenden, hat Baryalai einen weiteren Anwalt eingeschaltet, der nun versucht, seinen Aufenthalt in bei uns zu sichern. Die Kosten für den Anwalt belaufen sich auf 2000 Euro. Wer dazu etwas beitragen möchte, kommt hier zur Spendenplattform.

 

Sarah - Praktikantin bei Bunt statt Braun

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Unser neuer Sozialraum ist fertig

 

Ein Traum ist diese Woche wahrgeworden, Christel Stein hat lange dafür gekämpft:
 
Unser Sozialraum in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber (EG, Raum 4) ist fertig!
Im Frühjahr war bereits eine Küchenzeile von Möbel Hertel aufgebaut worden.
Unter den umlaufenden Arbeitsplatten - der Raum wurde früher von der Regierung genutzt, um Sachleistungs-Essenspakete zu packen - sind jetzt von einem Schreiner Unterschränke mit Böden und z.T. verschließbaren Türen eingebaut worden. Der große Tisch wurde geteilt, so dass er variabler ist und zur Seite gestellt bzw. gestapelt werden kann.
Der Raumeindruck ist jetzt hell und freundlich, er wirkt einladend und dank der Bilder der Kindermalgruppe kreativ und sehr angenehm!
Wir sind froh, dass die Gemeinschaftsunterkunft jetzt endlich einen Gemeinschaftsraum hat!
 
Herzlichen Dank an alle, die immer daran geglaubt und nicht nachgelassen haben:
Christel Stein, Günther Hinterobermeier, Armin Brata für Einsatz und Gespräche bei und mit der Regierung
die Hausverwalter der GU, die diese Idee mitgetragen haben
Conny Hersch und Ramona Prodöhl für Planung bei Möbel Hertel (UND jüngst für tatkräftiges Aufräumen!)
Silvia Bock-Ende und Kerstin Hofner & Team für gute Gestaltungsideen und die wunderbaren Bilder der Samstags-Malgruppe
und natürlich der Schreinerei "michels feine möbel" und unserem Mitglied Christian Haas für Planung und Einbau der Unterschränke
- und allen, die uns bei diesem Projekt finanziell unterstützt haben!
 
Der Raum wurde von Anfang an für die Ehrenamtsarbeit gut genutzt, jeden Tag findet dort von 15 - 16:30 der Deutschunterricht der Willkommensgruppe St. Georgen statt, z.T. in zwei Gruppen auch im Nebenraum. Mittwochs und Freitags im Anschluß daran Café International mit Conny, Ramona und einem guten Team, das zusammenwirkt - und sehr wunderbaren Kuchen, die immer für alle reichen!
Jeden zweiten Samstag kommt vormittags das Ergotherapeutinnen-Team um Silvia Bock-Ende und Kerstin Hofner zum Malen mit Kindern - und wird stets sehnsüchtig erwartet! Es tut allen gut, sich mit Farben und Formen auszudrücken, Rituale, Sicherheit und Wertschätzung zu erfahren - und häufig Unbewußtes zu Papier zu bringen!
Das Angebot des Kunstmuseums mit Ingrid Seidel, für das wir dankbar sind, wird voraussichtlich auf einen Nachmittags-Termin wechseln, um noch mehr Menschen zu erreichen.
Abends nutzen wir den Raum für die Ehrenamtsarbeit, es finden Besprechungen, Sitzungen, Planungstreffen und Schulungen statt, ebenso einmal monatlich vormittags die große Dienstbesprechung der Caritas mit 10 - 20 Personen.
 
Wir dürfen gespannt sein, was sich noch alles entwickeln wird - und sind dankbar für unseren guten Zusammenhalt und das großes Engagement aller, durch das Visionen wahr werden können!

 

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