Appell des Bayrischen Flüchtlingsrates: "Menschenwürde statt Abschiebehysterie"

Der Bayerische Flüchtlingsrat und 250 Erstunterzeichner*innen starten folgenden Appell an die bayerischen Wähler*innen:

 

"Bedenken Sie die Situation von Flüchtlingen bei Ihrer Wahlentscheidung!


In den vergangenen Monaten erleben wir einen massiven Angriff auf das Asylrecht und eine politische Debatte, die sich massiv nach rechts verschoben hat. Begriffe wie „Asyltourismus“ und „Systemversagen“, die vor nicht allzu langer Zeit nur von den extrem Rechten verwendet wurden, werden nun wie selbstverständlich von Vertreter*innen der Bundes- und der bayerischen Landesregierung verwendet.

Diejenigen aber, die seit Jahren engagiert Flüchtlinge unterstützen, die Integration gegen massivste Widerstände fördern und miterleben müssen, wie Flüchtlinge psychisch unter ihrer Situation leiden, kommen kaum noch zu Wort. Sie gehen in dem Getöse um Grenzschließungen, konservative Revolutionen, grundsätzliche Systemwechsel und Endspiele um die Glaubwürdigkeit vollkommen unter. Sie sind es leid, Appell über Appell und Petition über Petition an die Regierenden in Berlin und München zu starten, um eine Rückkehr zu einer vernünftigen, menschenwürdigen Asylpolitik einzufordern.

Deshalb wenden sich nun 250 Organisationen und Einzelpersonen, darunter besonders viele Helferkreise und Flüchtlingshelfer*innen aus ganz Bayern mit einem Appell an die Wahlberechtigten für die bayerische Landtagswahl. Sie erinnern an die vielen Verschärfungen des Asylrechts, an AnKER-Zentren und Arbeitsverbote, Abschiebedruck und Suizide und an die vielen kleinen Schikanen, mit denen gesellschaftliche Teilhabe und Integration von Flüchtlingen erschwert und verunmöglicht wird.

Weil Flüchtlinge bei der Landtagswahl nicht wählen dürfen und sich deshalb nicht selbst für ihre Interessen einsetzen können, appellieren sie an die bayerischen Wähler*innen:
Bitte berücksichtigen Sie bei ihrer Wahlentscheidung den gesellschaftlichen Frieden und die Würde aller Menschen in Bayern. Geben Sie ihre Stimme nicht denjenigen, die Flüchtlingen ablehnend und feindselig gegenüberstehen und sie nur als Objekte für Abschreckung und Abschiebung betrachten. Achten Sie darauf, dass Sie Parteien wählen, die Teilhabe und Integration zur zentralen Gestaltungsaufgabe der Politik machen.

Seit heute können alle Menschen, die diesen Standpunkt teilen, den Appell an die bayerischen Wähler*innen unterzeichnen. Sie können damit ein deutliches Zeichen setzen für die Menschenwürde und gegen die Abschiebehysterie, die durch die bayerische Landesregierung verbreitet wird."

Es ist nun wichtig, den Appell an möglichst viele Menschen aus der Zivilbevölkerung zu verbreiten. Bunt statt Braun gehört als Verein zu den Erstunterzeichner*innen. Wir Ehrenamtlichen haben uns in den letzten Jahren kontinuierlich für die Wahrung von Menschenrechten, Integration, Perspektiven und Vertrauen eingesetzt. Dies darf jetzt nicht kaputt gemacht werden!

 

Den Appell, die Liste Erstunterzeichner*innen, eine Vorlage für Unterschriftenlisten und die Möglichkeit, den Appell online zu zeichnen finden Sie unter: 

https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/appell-zur-landtagswahl-2018.html

 

Bunt statt Braun Kinderfreizeit

Liebe Bunt statt Braun Crew!

Die Bunt statt Braun Kinderfreizeit findet dieses Jahr vom 20. - 24. August statt: um gemeinsam den Sommer, die Ferien und das Zusammenleben zu feiern, wollen wir ein weiteres Mal gemeinsam wegfahren. Unsere 5-tägige Freizeit auf dem Campingplatz Waldesruh steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gemeinsam rassismusfrei leben".

Was ist mir eigentlich vertraut, was ist mir fremd? Wann fühle ich mich selbst fremd und wann geborgen? Was kann ich tun, um mit weniger Angst und Fremde zu leben?

Neben Gruppenaktionen in Kletterwald und Schwimmbad werden wir uns in Workshops, Übungen und Spielen mit diesen Fragen auseinandersetzen, die besonders dort wichtig sind, wo Kulturen und Nationalitäten aufeinandertreffen.
Kleine und Große, Sport- Musik- und Kunstvernarrte, ob Arabisch, Deutsch, Persisch oder Russisch sprechend, kurz: alles was bunt statt braun ist, ist eingeladen, sich uns anzuschließen!

Als Teilnehmer? Kinder von 6 bis 12 Jahren können ganz leicht hier angemeldet werden.


Als Betreuer? Ob Meisterinnen an der Gitarre, Künstler an den Kochtöpfen oder Foto- und Filmaffine - wir suchen noch Betreuer mit Freude am Umgang mit Kindern, die gerne auch ihre Expertise und Stärken einbringen dürfen. Einfach eine kurze Mail schreiben an: chiara.marquart-tabel@posteo.de

Als Helfer im Hintergrund? Solltet Ihr eine gute Methode zur rassismuskritischen Arbeit mit Kindern, einen Geheimtipp für einen guten Tagesausflug nach Pottenstein, ein paar Stunden Zeit, um unsere Flyer an verschiedenen Stellen in Bayreuth zu verteilen oder andere Gedanken und Ideen haben, schreibt uns gerne eine Mail! Ebenfalls an: chiara.marquart-tabel@posteo.de!

Wir freuen uns auf Euch!

Jakob und Chiara

Unojah kommt am 30.06.18 ins Glashaus

Bunt statt Braun präsentiert die Band Unojah im Glashaus - deren Motto "Bunter als du dachtest!" ist. Unojah sind eine Multi-Kulti-Reggae Weltmusikband. Fünf Musiker aus vier Nationen und drei Religionen mixen einen bunten Cocktail aus Reggae, Pop, Latin, Hip Hop, Oriental und Weltmusik mit Texten in vielen Sprachen. Die Band transformiert die Buntheit und Lebensfreunde dieser Inspirationsquellen in energiegeladene Konzerte. Bei aller Feierlust sind die Texte von Unojah zudem sozialkritisch, tiefsinnig und poetisch. 

Also: Nicht zögern, kommt vorbei! Denn in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit zeigen die Jungs, dass eine Mischung aus Unterschieden funktionieren kann. Nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Vielfalt entsteht etwas Aufregendes und Neues!

 

Das Konzert beginnt um 21 Uhr, Einlass ist um 20 Uhr. Wir freuen uns darauf, mit euch allen einen tollen Abend voll musikalischer Vielfalt zu feiern!

Das Orga-Team der Sprachfreundschaften sucht Verstärkung

Das Orga-Team der Sprachfreundschaften sucht Interessierte, die Lust haben, das Programm Sprachfreundschaften mitzuorganisieren und dabei eigene neue Ideen einzubringen. Das Orga-Team schafft Begegnungen zwischen Geflüchteten und deutschsprachigen Personen. Die Sprachfreunde, die sich gefunden haben, treffen sich einmal pro Woche und, wenn gewünscht, auch gerne nach individueller Absprache. Auf diese Weise können Freundschaften entstehen, die auch ohne gemeinsame Sprache für beide Seiten bereichernd sind. 

 

Wenn du offen und kreativ bist und Interesse am Organisieren hast, dann freut sich das Team der Sprachfreundschaften sehr, wenn du dich unter sprachfreundschaften@buntstattbraun-bt.de  meldest.

Die Nachhilfe sucht Unterstützung

     Habt ihr Lust auf Nachhilfe oder möchtet ihr das Nachhilfe-Orga-Team unterstützen?

Nicole und Lea von unserer Nachhilfe-Gruppe sind auf der Suche nach Menschen, denen es Freude macht, Kindern und Jugendlichen beim Lernen zu helfen. Dabei geht es um ein regelmäßiges Treffen mit dem Kind einmal die Woche (mindestens 1 Stunde pro Woche). Die Nachhilfe kann individuell verschieden gestaltet werden und findet meistens bei den Kindern zu Hause statt.

 

Momentan suchen Nicole und Lea besonders nach Menschen, die Schüler*innen aus Weidenberg unterstützen können.

Außerdem wünschen sich die beiden noch ein drittes Mitglied für das Nachhilfe-Orga-Team.

 

Bei Interesse oder Fragen meldet euch gerne unter nachhilfe@buntstattbraun-bt.de -  dort könnt ihr mehr erfahren.

Kreative Köpfe und Organisator*innen für einen Workshop/Essensstand/etc. beim Culture & Fashion Day des Summer Feeling an der Universität Bayreuth gesucht

Auch dieses Jahr wird es wieder ein Summer Feeling an der Universität Bayreuth geben. Das Summer Feeling ist ein zweiwöchiges von Studenten organisiertes Sport- und Lifestyleevent direkt im Campusrondell. In diesem Rahmen findet auch der Culture & Fashion Day am 20.6.2018 von 11:00 bis 19:00 statt: Das Orga-Team des Summer-Feeling hat Bunt statt Braun angefragt, ob wir einen der „Culture Stände“ am Rondell gestalten wollen.

 

Da wir alle Bunt statt Braun sind: Vielleich hast du eine Idee, für einen Stand (Workshop, Essen, Getränke etc.) und Lust, den zu organisieren, wäre das super! Wenn du Unterstützung (Geld, Teamer*innen, allgemein Hilfe bei der Orga) brauchst, ist das kein Problem, da wirst du unterstützt.

 

Wenn du dir vorstellen kannst, einen solchen „Culture Stand“ zu organisieren, schreib einfach eine Mail an kontakt@buntstattbraun-bt.de. Wir würden uns sehr freuen, der Culture Day wäre auch eine tolle Möglichkeit, neue Engagierte anzusprechen.

 

Betreuer*innen für die Kindergruppen gesucht!

Möchtet ihr an der Betreuung einer Kindergruppe in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bayreuth teilnehmen?

 

Unsere Klein- und unsere Großkindergruppe würden sich sehr über jeweils 2 bis 3 zusätzliche ehrenamtliche Betreuer*innen freuen! 

Die Kleinkindergruppe (3 bis 7 Jahre) trifft sich immer freitags von 16:30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr. 

Die Großkindergruppe (7 bis 13 Jahre) immer mittwochs von 16.30 Uhr bis ca. 19 Uhr. 

Die Treffen finden zunächst immer in der Gemeinschaftsunterkunft in der Wilhelm-Busch-Straße 5 statt, je nach Wetterlage werden dann verschiedene Aktionen mit den Kindern unternommen. Die Kleinkindergruppe tobt normalerweise eine Runde durch den Park und malt dann im Gruppenraum. Die Großkindergruppe macht größere Ausflüge und Aktionen, zum Beispiel schwimmen oder Lagerfeuer machen.

 

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann melde dich gerne unter  

jugendarbeit@buntstattbraun-bt.de (Verantwortlicher: Georg)!

 

Wir freuen uns auf dich!

 

 

BsB-Basics am 9.Mai, 18:30

Liebe Engagierte und Interessierte an Bunt statt Braun,

 

eine herzliche Einladung zu unseren nächsten Bunt statt Braun Basics am Mittwoch, 9. Mai um 18:30 im Evangelischen Bildungswerk (Richard-Wagner-Straße 24) im Seminarraum im Hof!

 

Die BsB-Basics sind eine grundlegende Schulung für Aktive und Neueinsteiger bei Bunt statt Braun, in der möglichen Herausforderungen und Fragen von Ehrenamtlichen begegnet werden soll. Außerdem gibt der Abend Neueinsteiger*innen die Möglichkeit, sich einen Überblick über den Verein zu verschaffen und ein passendes Tätigkeitsfeld zu finden. Wir sprechen unter anderem über den Verein und seine Arbeitsfelder, über Rassismus, sexuelle Gewalt, Herausforderungen in der Arbeit bei Bunt statt Braun, über Asylrecht und über Versicherungen und Finanzen. Nach dem Besuch der Basics wissen alle Teilnehmer*innen, an wen sie sich bei Zweifeln und Problemen wenden können.

 

Wir bitten um Anmeldung unter schulungen@buntstattbraun-bt.de

 

Wir freuen uns auf Euch!

 

Fiona für das Schulungs-Team (Benedikt, David und Fiona)

 

Mahnwache gegen Abschiebungen

Das Bündnis gegen Abschiebungen (ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, darunter auch Mitglieder von Bunt statt Braun), ruft zu einer Mahnwache am
Samstag den 21.4.2018 um 16:00 am Herkulesbrunnen auf dem Stadtparkett (Maximilianstraße).
Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die unmenschliche Abschiebepolitik Deutschlands. In Zeiten wo Krieg, Elend und Armut auf der Welt herrschen, kommen Menschen zu uns, die Schutz suchen. Obwohl sie um ihr Leben fürchten müssen, werden sie wieder in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt. Jeden Monat starten seit 2016 Flugzeuge nach Kabul, an Board zu viele Schutzsuchende. In Afghanistan herrscht Krieg, die Taliban verüben wöchentlich Anschläge , Kabul ist eine der gefährlichsten Städte der Welt. Vermehrt kommt es zu unmenschlichen Abschiebeversuchen, auch hier bei uns! Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen.

Bitte kommt zahlreich und ladet Freund*innen ein!

Im Anschluß daran findet um 17 Uhr der Internationale Gottesdienst in der Stadtkirche statt! Wer Zeit und Lust hat, ist auch dort gerne eingeladen!

Gegendemo III. Weg - für Demokratie und Menschlichkeit

Die Gruppierung III. Weg steht für Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Das Weltbild der Organisation orientiert sich am historischen Nationalsozialismus. Daher wird die Gruppe als rechtsradikal eingestuft und vom Verfassungsschutz beobachtet.
Am Samstag, 7. April von 11:00 bis 13:00 veranstaltet die Partei eine Kundgebung an der Ecke Friedrichstraße – Ludwigstraße in Bayreuth. Unter dem Motto „Kapitalismus zerschlagen – Für Familie, Heimat, Tradition“ soll die menschenfeindliche Ideologie der Gruppierung als sozial verkauft werden.


Wir werden deutlich machen, dass es bei uns in Bayreuth keinen Platz für Nationalismus und Menschenfeindlichkeit gibt.
Gemeinsam mit anderen Parteien, Vereinen und Initiativen veranstalten wir deshalb am Samstag, 7. April eine Demonstration unter dem Motto „Für Demokratie, Freiheits- und Bürgerrechte – Werte unserer Verfassung schützen.“
Die Veranstaltung beginnt um 11:00 mit der Auftaktkundgebung am Neptunbrunnen auf dem Stadtparkett, danach gehen wir über Sophienstraße, Friedrichstraße und Ludwigstraße zum Platz vor dem neuen Schloss, wo die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Die Veranstaltung wird etwa zwei Stunden dauern. 

Eine herzliche Einladung an alle Freundinnen und Freunde von Demokratie und Menschlichkeit!

Großzügige Spende von Schüler*innen des Graf-Münster-Gymnasiums in Bayreuth

Heute fand im Graf-Münster-Gymnasium eine Spendenübergabe statt. Die Abiturient*innen haben für Bunt statt Braun und SOS Kinderdorf jeweils 1000 Euro im Rahmen ihrer Abschlussfeier gesammelt. Es gab zudem Gelegenheit, in der Schule die Arbeit von Bunt statt Braun vorzustellen. Wir freuen uns sehr über so viel Engagement und sagen den Schüler*innen herzlichen Dank!

Freie Beete in den "Gärten der Begegnung"

In den "Gärten der Begegnung" in der Glockenstraße Bayreuth sind aktuell drei Beete frei. Sie sollen an geflüchtete Familien vergeben werden. Wenn ihr Familien kennt, die Interesse am Gärtnern und am geselligen Zusammensein haben, meldet euch gerne unter gaerten-der-begegnung@gmx.de oder bei Christel Stein.

Informationsveranstaltung zum Asylrecht

Das Leben von Geflüchteten ist sehr stark durch Gesetze bestimmt. Es ist besonders wichtig, dass Geflüchtet und Unterstützer*innen ihre Rechte, ihre Pflichten, ihre Möglichkeiten, ihre Freiheiten und ihre Einschränkungen kennen. Mit dieser kostenlosen Veranstaltung möchte Bunt statt Braun Geflüchteten und Ehrenamtlichen die Möglichkeit bieten, ihre Unterstützung durch ein solides Wissen über Asylrecht zu untermauern und zu verbessern.
Rechtsanwältin Haubner wird die verschiedenen Schritte im Asylverfahren, die unterschiedlichen Status von Geflüchteten und die damit einhergehenden Rechte und Pflichten behandeln. Zudem stehen die verschiedenen Zuständigkeiten von BAMF, Ausländerbehörden und Gerichten auf dem Programm. Behandelt werden außerdem Themen, die Geflüchteten und Unterstützer*innen im Alltag immer wieder begegnen, wie Zugang zu Arbeit und höherer Bildung, Residenzpflicht, Freizügigkeit und Bleibeperspektiven.
Eine herzliche Einladung an Geflüchtete und Unterstützer*innen von Geflüchteten in Bayreuth und Umgebung. Wir freuen uns natürlich über eine rege Teilnahme der Mitglieder von Bunt statt Braun, die Schulung steht aber explizit allen Interessierten offen!

 

Zeit: Samstag, 28. April 2018, 10:00 bis 17:00

Ort: Evangelisches Bildungswerk Bayreuth, Richard-Wagner-Straße 24, Seminarraum im Hof

Referentin: Petra Haubner, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Asylrecht,  Kosten: Eintritt frei, Spenden willkommen

Anmeldung: Eine Voranmeldung unter schulungen@buntstattbraun-bt.de bis 26.04.2018 ist erforderlich!

 

Kooperationen: Bundesprogramm Demokratie leben!, Evangelisches Bildunsgwerk Bayreuth/Bad Berneck/Pegnitz e.V., Stadt Bayreuth

 

Weiterdenken-Wochenende 2018 auf Schloss Schney

Ein Bericht von Christian


Am Wochenende fand auf Schloß Schney das bereits Tradition gewordene „Weiterdenken-Wochenende“ statt.
Bei strahlendem Sonnenschein und eisigen Temperaturen haben wir uns einerseits über unsere Arbeit bei BUNT statt Braun, die aktuellen Herausforderungen und um die weitere Ausrichtung unseres Vereins Gedanken gemacht. Andererseits haben wir die gemeinsame Zeit genutzt, um uns (besser) kennenzulernen und dabei einfach die Gemeinschaft in dem wunderschönen Ambiente genossen:
Ich selbst war zum ersten Mal mit auf Schney dabei und sehr gespannt, wie das Wochenende wird. Auch deshalb, weil ich BUNT statt Braun noch stark von außen sehe.
Meine Erwartungen, den Verein und die teilnehmenden Mitglieder besser kennenzulernen und Ansatzpunkte für mein eigenes Aktivwerden im Verein zu finden, haben sich voll erfüllt. Ich gehe mit vielen konstruktiven Impulsen, einer spannenden to-do-Liste und mit einem gewachsenen Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt in die nächsten Wochen und Monate.
Im Folgenden möchte ich Euch einen kurzen thematischen Überblick über das Wochenende geben:
Am Freitag haben wir uns über unsere persönlichen Erwartungen und Wünsche für das Wochenende ausgetauscht. Wir haben Themen formuliert, die wir bearbeiten wollen und haben diese priorisiert. Am Samstag und Sonntag haben wir dann in Gruppen die einzelnen Themen ausgearbeitet und anschließend gemeinsam besprochen.
Die Themen waren:
- politische Ausrichtung des Vereins
- wie erhalten Geflüchtete Informationen über den Verein + aktive Einbeziehung von Geflüchteten in den Verein
- Raumnutzung in der Wilhelm-Busch-Straße
- Kommunikation innerhalb des Vereins (Mitglieder – Vorstand)
- Flyer-Gestaltung
- 25 Jahre BUNT statt braun
Im Laufe des Wochenendes haben wir uns die Stärken und Schwächen von BUNT statt braun bewusstgemacht. Dabei standen bei der Themenbearbeitung und in den Diskussionen die Fragen nach dem
- warum? / wozu?
- wie?
- was?
immer im Zentrum.
Die Frage nach dem „warum?“/“wozu?“ liefert den Grund, warum es BUNT statt braun gibt und warum ich mich in diesem Verein engagiere. Diese Frage muss als erstes beantwortet sein. Die Fragen nach dem „wie?“ und „was?“ folgen danach. Und die Beantwortung dieser zwei Fragen ergibt sich aus dem „warum?“/“wozu?“.
In der gemeinsamen Diskussion hat sich das Einstehen und Streiten für die Grund- und Menschenrechte als starkes „warum?“ / „wozu?“ herauskristallisiert. Es ist sozusagen die Herzensangelegenheit von BUNT statt braun. Eine Herzensangelegenheit ist in erster Linie eine bewusst getroffene Willensentscheidung. Beherzt halt. Die damit verbundenen Gefühle (positiv/negativ und stark/schwach) sind Folge dieser Herzenshaltung.
Dieses Einstehen und Streiten für die Grund- und Menschenrechte wollen wir („wie?“:) mit Respekt persönlicher Wertschätzung und Menschlichkeit machen. Hierzu sind eine klare (innere und äußere) Haltung und Positionierung, Aufrichtigkeit, Anstand und eine respektvolle Sprache notwendig.
Hieraus ergeben sich dann die Vereinsaktivitäten von BUNT statt braun („was?“):
- die in der Öffentlichkeit nicht sofort sichtbare Gruppen- und Einzelarbeit mit Geflüchteten (Kinder- und Jugendgruppen, internationales Café, Nachhilfe, Deutschkurse, Sprachfreundschaften, Frauentreff, Nähcafé, Repaircafé, Wohnungssuche, Malgruppen, Gartengruppe, Schulungen & Fortbildungen, Stockwerkstreffen und all die guten Aktivitäten, die jedes einzelne Mitglied so nebenbei macht, ohne dass sie in einem Organigramm auftauchen)
Diese Aufgabe ist die eine Herzhälfte von BUNT statt Braun (keine Ahnung, ob es die linke oder die rechte ist und wohl auch egal) und es ist wunderbar, zu sehen und mitzuerleben, mit welcher Courage und Disziplin jeder einzelne sich diesen Aufgaben stellt!
- die öffentlichkeitswirksame Arbeit mit Mahnwachen, Demos, Podiumsdiskussionen, Protestbriefen, Vorträgen, Leserbriefen, der Auftritt in den sozialen Medien, etc. Sie ist die zweite Herzhälfte.
Mit unseren persönlichen Erfahrungen aus der ersten Herzhälfte können wir fundiert und sachlich und auch selbstbewusst in der Öffentlichkeit unsere Stimme erheben und für die Grund- und Menschenrechte einstehen. Das geschieht dann nicht von oben herab, oder als Forderung von außen, sondern heraus aus unserem gelebten Alltag und dem dort erworbenen Wissen und Know-How. Und weil wir tagtäglich Beziehung untereinander leben und den Herzschlag kennen.
Beide Herzhälften gehören zusammen, bilden ein Ganzes, fördern und beleben sich gegenseitig. Damit diese Herzhälften auch richtig zusammenwachsen können, ist das persönliche Gespräch und die persönliche Begegnung untereinander die Grundlage.
So wie Günther es am Wochenende formuliert hat: Persönliche Nähe ist der Kitt dafür, dass BUNT statt braun ein lebendiger Organismus bleibt/wird.
Ein gesundes, starkes, durchtrainiertes, weiches Herz! Das stetig schlägt und nicht aufhört zu schlagen. Mal schneller, mal langsamer. Aber eben stetig.
In diesem Sinn weise ich hiermit gleich mal auf das nächste Gruppenkoordinator*innen-Treffen und Plenum am Mittwoch, den 14.03. hin. In diesem Rahmen können wir dann auch ausführlich über die Themen vom Weiterdenken-Wochenende sprechen. Und natürlich auch über das, was in Schney nicht angesprochen worden ist.
Bitte merkt Euch den Termin schon mal vor. Ich freue mich auf alle persönlichen Begegnungen und bin einfach gespannt, wie sich BUNT statt Braun weiterentwickelt.
Also: weiter gemeinsam beherzt voran! Gemeinsam stark für Flüchtlinge!

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Mahnwachen gegen Abschiebungen - Termine und Suche nach Teamer*innen

Das Bündnis gegen Abschiebungen (ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, darunter auch Mitglieder von Bunt statt Braun) möchte einmal im Monat in Bayreuth eine Mahnwache gegen Abschiebungen durchführen.

Die Termine der Mahnwachen für das erste Halbjahr, jeweils um 16 Uhr:

17.2.18

24.3.18

21.4.18

19.5.18

23.6.18

21.7.18

Wir wollen regelmäßig jeden Monat erneut ein Zeichen setzen gegen die unmenschliche Abschiebepolitik Deutschlands - und insbesondere der bayerischen Umsetzung der Gesetze. Wir beteiligen uns auch deshalb, weil Bayern die harten Gesetze vor allem in Bezug auf Afghanistan mit aller Schärfe und ohne Rücksicht auf Einzelschicksale umsetzt. In Zeiten, wo Krieg, Elend und Armut auf der Welt herrschen, kommen Menschen zu uns, die Schutz suchen. Obwohl sie um ihr Leben fürchten müssen, werden sie wieder in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt, die oft nicht mal mehr ihre Heimat sind und in vielen Fällen niemals waren – und wo keine Familienangehörigen leben.

 

Umso wichtiger ist es, solidarisch mit den Menschen zusammen zu stehen, die von Abschiebungen betroffen sind. Wir wollen gemeinsam gegen die zunehmende Verschärfung der Gesetze protestieren!

 

Es gibt in unserem Land eine starke, lebendige und vielfältige Zivilgesellschaft , die gerade in den letzten Jahren gewachsen und zusammengewachsen ist und Herausragendes geleistet hat:  Viele Menschen setzen sich für Geflüchtete ein! Wir verstehen dies als unsere gesellschaftliche Aufgabe für die nächsten Jahre – und wollen dem wachsenden Rechtspopulismus und der restriktiven bayrischen Asylpolitik eine klare und entschiedene Haltung, Menschlichkeit,  Aufmerksamkeit, Kreativität und Courage entgegensetzen – und unser Gesicht zeigen, friedlich und von einem guten Geist getragen, zuweilen unbequem. Gemeinsam sind wir stark!

Wir suchen für die Mahnwachen tolle Ideen, tatkräftige Menschen aus unserer Stadt und Region und weitere Bündnispartner!

Deswegen wegen wir uns heute an Dich, in der Hoffnung, dass Du/ihr/Sie Lust und Zeit haben, uns zu unterstützen. Es gibt regelmäßige Vorbereitungstreffen, zu denen wir herzlich einladen.

Bei Interesse schreib einfach eine Mail an aktionen@buntstattbraun-bt.de.

Interesse an Nähen, Stricken, Häkeln?

Kommt einfach spontan vorbei oder meldet euch bei Anja unter naehcafe@buntstattbraun-bt.de

Informationsveranstaltung zum Asylrecht

Das Leben von Geflüchteten ist sehr stark durch Gesetze bestimmt. Es ist besonders wichtig, dass Geflüchtet und Unterstützer*innen ihre Rechte, ihre Pflichten, ihre Möglichkeiten, ihre Freiheiten und ihre Einschränkungen kennen. Mit diesem Workshop möchte Bunt statt Braun Geflüchteten und Ehrenamtlichen die Möglichkeit bieten, ihre Unterstützung durch ein solides Wissen über Asylrecht zu untermauern und zu verbessern.
Rechtsanwältin Haubner wird die verschiedenen Schritte im Asylverfahren, die unterschiedlichen Status von Geflüchteten und die damit einhergehenden Rechte und Pflichten behandeln. Zudem stehen die verschiedenen Zuständigkeiten von BAMF, Ausländerbehörden und Gerichten auf dem Programm. Behandelt werden außerdem Themen, die Geflüchteten und Unterstützer*innen im Alltag immer wieder begegnen, wie Zugang zu Arbeit und höherer Bildung, Residenzpflicht, Freizügigkeit und Bleibeperspektiven.
Eine herzliche Einladung an Geflüchtete und Unterstützer*innen von Geflüchteten in Bayreuth und Umgebung. Wir freuen uns natürlich über eine rege Teilnahme der Mitglieder von Bunt statt Braun, die Veranstaltung steht aber explizit allen Interessierten offen!

 

Die Veranstaltung findet am 28. April 2018 von 10:00 bis ca. 17:00 im Evangelischen Bildungswerk, Richard-Wagner-Straße 24, 95444 Bayreuth, Seminarraum im Hof, statt.


Referentin:
Petra Haubner, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Asylrecht, Regensburg

Eintritt frei, Spenden willkommen

Eine Voranmeldung unter schulungen@buntstattbraun-bt.de bis 26.04.2018 ist erforderlich!


Kooperation:
Evangelisches Bildungswerk

gefördert vom Bundesprogramm Demokratie leben!

                             

Planspiel Flucht und Asyl

Planspiel Flucht und Asyl
Workshop

Lernen Sie eine Methode kennen, wie man über das komplexe Thema Flucht und Asyl niederschwellig ins Gespräch kommen kann.

Die Teilnehmer/innen bekommen Rollenkarten und nehmen so die Perspektiven verschiedener Personen ein, welche aus ihrer Heimat fliehen müssen. Sie gehen mögliche Stationen einer Flucht nach Europa durch und müssen aus ihrer Rolle heraus individuelle Entscheidungen treffen bzw. erfahren auch die Stationen ihrer Rolle entsprechend. Wie weit kommt man auf der Flucht mit seiner Hintergrundgeschichte?

Das Planspiel wird abschließend in einer moderierten Gruppendiskussion reflektiert.

Das Planspiel findet am 18. April 2018 von 19:oo bis ca. 21:00 im Evangelischen Bildungswerk, Richard-Wagner-Straße 24, Seminarraum im Hof statt.

 

Eine herzliche Einladung an alle Interessierten!

Benedikt Rampelt, Referent für Globales Lernen
Eintritt frei, Spenden willkommen
Anmeldung über bayreuth@weitblicker.org erbete

Mahnwache gegen Abschiebungen

Das Bündnis gegen Abschiebungen (ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, darunter auch Mitglieder von Bunt statt Braun) , ruft zu einer Mahnwache am Samstag den 27.01 um 15:00 am Herkulesbrunnen auf dem Marktplatz auf. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die unmenschliche Abschiebepolitik Deutschlands. In Zeiten wo Krieg, Elend und Armut auf der Welt herrschen, kommen Menschen zu uns, die Schutz suchen. Obwohl sie um ihr Leben fürchten müssen, werden sie wieder dorthin zurückgeschickt. Erst heute ist wieder ein Flugzeug nach Kabul gestartet, an Board zu viele Schutzsuchende. In Afghanistan herrscht Krieg, die Taliban verübt wöchentlich Anschläge , Kabul ist eine der gefährlichsten Städte der Welt.

 

Am Samstag, 15:00 auf dem Marktplatz am Herkulesbrunnen wollen wir gemeinsam ein Zeichen setzen und gegen diese unmenschlichen Abschiebungen protestieren.

 

 

 

Weiterdenken-Wochenende auf Schloss Schney

 Vom 23. bis zum 25. Februar nehmen wir uns ein Wochenende Zeit, um Bunt statt Braun gemeinsam weiterzudenken. Das Wochenende werden wir in der Frankenakademie Schloss Schney in Lichtenfels verbringen. Wir wollen das Wochenende dafür nutzen, gemeinsam über das vergangene Jahr zu reflektieren, uns darüber auszutauschen wie es uns mit unserer Arbeit gerade geht, wo wir stehen, wie wir unser Engagement weiterhin gestalten können und wollen und auf welche Stärken wir uns dabei besinnen. Wir würden uns sehr freuen, wenn viele von Euch mitkommen, ddamit wir gemeinsam ein schönes Wochenende verbringen können.

Das Wochenende ist kostenlos, man kann auch nur einzelne Tage teilnehmen.
Es gibt jetzt letztmalig die Chance sich anzumelden. Bitte meldet Euch bis zum 6.2.2018 an (kontakt@buntstattbraun-bt.de)

 

 

Baryalai muss bleiben!

Am frühen Morgen des 28. November 2017 wurde unser afghanischer Freund Baryalai in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bayreuth von der Polizei festgenommen und in Abschiebehaft verbracht. Wie er vom zuständigen Richter erfahren hat, ist für ihn ein Platz im für den 6.12.2017 geplanten Abschiebeflug nach Afghanistan vorgesehen.

Nachdem seine bisher für ihn zuständige Anwältin per Eilantrag erwirkt hat, dass er aus der Haft entlassen wird, ist Baryalai mittlerweile wieder frei – dennoch droht ihm nach wie vor die Abschiebung.

 

Baryalai ist 26 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren in Deutschland. In all den Jahren hat er sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, hat immer gearbeitet, wenn er durfte und ist froh, dass er in Deutschland leben kann.

Baryalais Vater war in Afghanistan politisch aktiv. Als der Junge fünf Jahre alt war, wurde die Verfolgung durch die Taliban so gravierend, dass er mit einem Onkel in den Iran floh. Seitdem hat er nichts mehr von seinen Eltern gehört. Er befürchtet dass sie, wie andere Freunde und Familienmitglieder auch, von der Taliban getötet wurden.

Im Iran starb sein Onkel bei einem Autounfall, sodass Baryalai auf sich allein gestellt war.

Als er aus dem Iran nach Afghanistan abgeschoben werden sollte, floh er weiter. Er ist sich sicher, dass die Taliban ihn in Afghanistan töten würden.

2011 kam Baryalai nach Deutschland und stellte hier einen Asylantrag. Gleichzeitig versuchte er, sich eine Zukunft aufzubauen. Nachdem er 2014 für neun Monate beim BfZ einen Deutschkurs besucht und mit Erfolg abgeschlossen hat, besuchte er zwei Jahre lang die Mittelschule, die er 2016 abschloss. Neben der Schule arbeitete er in einem Restaurant. Er erzählt oft, wie viel Spaß ihm die Arbeit dort gemacht habe, da er gerne kocht und im Service arbeitet. Zudem hat er drei Monate als Schweißer gearbeitet. Baryalai ist vielseitig interessiert und kann flexibel in vielen unterschiedlichen Berufen arbeiten. Daher hat er die Zeit als Schweißer ebenso genossen. Er hätte eine Ausbildung zum Automechaniker antreten können, leider erteilte ihm die Ausländerbehörde keine Beschäftigungserlaubnis. Das macht  ihn sehr traurig. Ohne eine sinnvolle Aufgabe zu sein, das kann er sich nicht vorstellen. Für seine Zukunft in Deutschland wünscht er sich nichts sehnlicher, als eine Ausbildung machen und arbeiten zu dürfen.

Baryalai arbeitet immer weiter an seinem Deutsch, damit er sich eine Zukunft in Deutschland aufbauen kann. Er wünscht sich eine Familie, dafür braucht er allerdings, so sagt er, ein sicheres Einkommen, damit er auch für seine Familie sorgen kann. Er ist ein sehr sozialer Mensch, der gerne Kontakt zu anderen pflegt. Jeden Tag trifft er seine Freunde aus Deutschland, Afghanistan und Russland. Sie sind, so sagt er, seine Familie in Deutschland.

Baraylais Geschichte aus der Zeit in seiner Heimat und über sein Leben in Deutschland macht deutlich: Er ist ein Mitglied unserer Gesellschaft. Er ist in Deutschland angekommen, wo er sich zu Hause fühlt und ein Leben in Sicherheit verbringen möchte. Er hat hart gearbeitet, um sich dieses Leben zu schaffen und hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass ihm eine Zukunft in Deutschland möglich ist. Diese Chance darf ihm nicht genommen werden! Baryalai darf nicht abgeschoben werden!

Erst ein Abkommen der EU mit Afghanistan machte Ende 2016 Abschiebungen nach Afghanistan wieder möglich. Das Land ist aber keineswegs sicherer geworden; Die Zahl der bei getöteteten Zivilisten in Afghanistan steigt seit Jahren stetig an. Im ersten Halbjahr 2017 gab es bereits fast so viele Tote wie im gesamten Vorjahr. Erst als Ende Mai auch die Deutsche Botschaft in Kabul Ziel eines Anschlags wurde, schränkte der Bundestag die Abschiebungen nach Afghanistan ein. Zwar sind Abschiebungen, trotz der sich immer weiter verschlechternden Sicherheitslage, weiterhin möglich. Die Abschiebungen wurden aber eingegrenzt auf Straftäter, Gefährder und Identitätstäuscher. Die neue Lagebeurteilung, der der Bundestag zugestimmt hat, können Sie hier nachlesen. Baryalai ist nicht vorbestraft, kein Gefährder und er hat seine Geburtsurkunde der Ausländerbehörde vorgelegt. Es ist uns unverständlich, warum das Innenministerium trotzdem versucht, ihn abzuschieben.

 

Um die bevorstehende Abschiebung abzuwenden, hat Baryalai einen weiteren Anwalt eingeschaltet, der nun versucht, seinen Aufenthalt in bei uns zu sichern. Die Kosten für den Anwalt belaufen sich auf 2000 Euro. Wer dazu etwas beitragen möchte, kommt hier zur Spendenplattform.

 

Bunt statt Braun-Basics - Basisschulunge für Engagierte und Neueinsteiger*innen

Traumaberatung in der Wilhelm-Busch-Straße

Download
Plakat Traumaberatung ab September
Plakat_Traumaberatung_September 2017.pdf
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Herzliche Einladung zum Neueinsteiger*innentreffen

Wir möchten alle an Bunt statt Braun Interessierten herzlich zu unserem Treffen für Neueinsteiger*innen einladen!

 

Was haben wir vor?

 

Ihr habt die Gelegenheit, den Verein Bunt statt Braun und dessen Arbeitsfelder durch die jeweiligen Gruppenkoordinator*innen kennenzulernen.

 

Wir informieren euch, wie ihr euch engagieren könnt und stellen erste Kontakte her.

 

Ihr bekommt die Möglichkeit, als Neueinsteiger*innen im lockeren Austausch miteinander in Kontakt zu treten und euch über eure Erwartungen an die ehrenamtliche Arbeit auszutauschen.

 

Interessiert?

 

Dann kommt am 25.10.17 um 19 Uhr zur Evangelischen Studierendengemeinde (Richard-Wagner-Straße 24). Wir freuen uns über eine Anmeldung unter kontakt@buntstattbraun-bt.de.

 

Für Essen (vegetarisch/vegan) und Trinken ist gesorgt!

 

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit euch!

 

Unterstützer*innen für Wohnungssuche gesucht

Die Wohnungssuche unterstützt alle Menschen, die bei der Wohnungssuche Hilfe benötigen. Meistens arbeiten wir mit Geflüchteten. Wir suchen dringend Unterstützer*innen, die mit uns:

- Wohnungsangebote suchen

- Besichtigungstermine vereinbaren und nach Möglichkeit zu diesen begleiten

- helfen, alles Nötige mit dem Jobcenter zu klären
- wer möchte, kann nach eigener Lust und Kapazitäten die neuen Mieter bei weiteren Dingen unterstützen wie Möbelbeschaffung, Internet usw. Dabei können sich auch schnell Bekanntschaften entwickeln.

 

Wir treffen uns jeden Mittwoch um 17:00 Uhr. Da das Transition-Haus gerade umzieht, sind wir vorübergehend im BsB-Raum in der Wilhelm-Busch-Straße 5.  Da es freies WLAN gibt, ist es hilfreich, Laptops oder Smartphones für die Suche nach Anzeigen im Internet mitzubringen. Ansonsten sehen wir die Anzeigen in der Zeitung durch.

 

Dieses Angebot ist wichtig, weil viele Menschen allein oftmals keine Wohnung finden. Oft müssen sie viele Monate warten, bis es mit einer Wohnung klappt. In dieser Zeit bleiben sie in der Gemeinschaftsunterkunft mit all dem damit verbundenen Stress wohnen oder in einer viel zu kleinen Wohnung, weil Nachwuchs oder die Familie dazugekommen ist.

 

Kommt gerne einfach vorbei, um euch unsere Treffen anzusehen. Solange wir in der Wilhelm-Busch-Straße sind, wäre es sicherheitshalber gut, wenn ihr uns vorher kurz schreibt oder anruft (damit ihr nicht umsonst kommt). Wir freuen uns auf Eure Hilfe!

 

Kontakt über wohnungssuche@buntstattbraun-bt.de oder 0157 88 77 65 35

Ansprechperson: Fritz und Martin

 

Sprachfreund*innen gesucht!

 

Du hast Spaß an Sprache und Lust eine*n Geflüchtete*n näher kennen zu lernen oder du bist neu in Bayreuth und Deutschland, möchtest dein Deutsch verbessern und dich regelmäßig mit einer deutschsprachigen Person treffen?

Dann geh doch eine Sprachfreundschaft ein!

Sprachfreundschaftspaare, also eine geflüchtete und eine deutschsprachige Person, treffen sich regelmäßig nach individueller Absprache, aber mindestens einmal pro Woche. Was genau ihr dann macht, hängt ganz von euch ab. Möglichkeiten sind Deutsch lernen, Briefe übersetzen, bei Behördengängen unterstützen, Sport machen, gemeinsam zu Veranstaltungen gehen, kochen oder einfach nur Zeit gemeinsam zu verbringen.

Durch den direkten Kontakt zwischen zwei Menschen entsteht ein Austausch über gesellschaftlich gezogene Grenzen hinweg und ein beidseitiger Lernprozess kann angestoßen werden. Darüber hinaus entwickeln sich oft besondere Freundschaften, die auch ohne gemeinsame Sprache bestehen können.

Voraussetzungen sind vor allem Interesse an Menschen und anderen Sprachen. Natürlich können auch Kenntnisse in einer anderen Sprache als Deutsch hilfreich sein und es können sich auch Sprachtandems bilden, in denen die Sprache des jeweils anderen gelernt wird.

Um die Vermittlung zumindest in den Grundlagen für beide passend zu gestalten, schreib uns doch bei Interesse bitte deinen Namen, Handynummer, Alter, Geschlecht und ggf. Fremdsprachenkenntnissen oder Auslandsaufenthalte.

Als offenes Angebot für alle, die sich für eine Sprachfreundschaft, ein Tandem oder eine Patenschaft interessieren, gibt es Vermittlungstreffen, bei denen du sowohl uns vom Koordinationsteam als auch andere Interessierte und mit ein bisschen Glück eine*n "geeignete*n" Partner*in kennen lernst, Fragen loswerden und Informationen bekommen kannst. Komm einfach vorbei oder schreib eine Email an sprachfreundschaften@buntstattbraun-bt.de.

Das Treffen findet  regelmäßig dienstags um 18:00 im Transition Haus in der Ludwigstr. 24 statt.

Wir freuen uns auf euch,

Euer Koordinationsteam

Abd, Nici, Jana, Andy, Karoline und Andras

 

Filmvorführung "Les Sauteurs-Those Who Jump"

„Les Sauteurs — Those who jump“ (2016)
---Regardez en bas pour la version francaise
---Look beneath for English version


DEUTSCH
Es gibt viele Wege um von Afrika nach Europa zu gelangen. Ein Touristen-Visum ist dabei eher die Ausnahme als die Regel, auch ein Visum zum Studieren ist einer Minderheit vergönnt. Dass immer wieder unzählige Menschen im Mittelmeer bei dem Versuch nach Europa zu gelangen ertrinken, wissen wir alle. Doch es gibt auch andere, vielleicht nicht weniger gefährliche Wege. Einen davon hat Abou Bakar Sidibé aus Mali nicht nur bestritten, sondern auch gefilmt als Protagonist, Kameramann und Ko-Regisseur in einem. Spanien hat zwei Enklaven auf dem afrikanischen Festland, Melilla und Ceuta. Beide sind durch Hochsicherheitszäune von Marokko abgeschnitten. Immer wieder versuchen Menschen über die Zäune zu klettern, was alles außer ein einfaches Unterfangen ist. Zwei Regisseure, ein Deutscher und ein Däne, haben Abou eine Kamera gegeben, damit er das Leben der Menschen, die sich auf die Grenzüberschreitung vorbereiten und oft sehr lange Zeit in den Camps im Wald nahe der Grenze leben, filmt. Das besondere des Films ist die Perspektive von jemanden, der das Vorhaben der Anderen teilt, der einer von ihnen ist. Dadurch ist „Les sauteurs“ auch ein sehr persönlicher, teilweise emotionaler Film. Dem entgegengesetzt wird die entmenschlichte Perspektive der spanischen Überwachungskameras. Nach mehreren missglückten Versuchen hat es Abou irgendwann geschafft, heil nach Europa durch zu kommen und lebt heute in Bayern, Kempten. Er wird bei der Filmvorführung anwesend sein und gerne auch noch nach dem Film Fragen beantworten. Westafrikanische Kora-Musik gespielt von Ablaye Kouyaté wird den Abend musikalisch begleiten.
21. Oktober, 19 Uhr im Iwalewahaus, Eintritt frei, Französisch und Bambara mit deutschen Untertiteln, 79 Minuten
Organisiert von Model African Union e.V. in Kooperation mit Bunt Statt Braun e.V., dem Projekt "Hand in Hand" von Stadt und Landkreis Bayreuth und finanziell unterstützt über Demokratie Leben.


FRANÇAIS
Il existe différentes voies pour se rendre en Europe à partir de l’Afrique. Le visa touriste est plus une exception qu’une règle, le visa étudiant est accordé à une minorité chanceuse et chaque jour un nombre incalculable de personnes se noie dans la mer Méditerranée lors de la traversée vers Europe. Il existe encore d'autres moyens, peut-être pas moins dangereux. En tant que protagoniste et co-réalisateur, Abou Bakar Sidibé a non seulement fait le voyage, mais a également filmé son parcours depuis Mali. L'Espagne compte deux enclaves sur le territoire africain, Melilla et Ceuta. Les deux sont séparés du Maroc par des clôtures de haute sécurité. Régulièrement, les voyageurs essaient de franchir les barrières, ce qui n’est pas du tout facile. Deux réalisateurs, allemand et danois, ont donné une caméra à Abou afin qu'il puisse filmer la vie quotidienne de ces voyageurs qui séjournent assez longtemps dans les camps de la forêt près de la frontière, préparant leur prochaine traversée. Ce film a la particularité de présenter le point de vue d’un individu qui partage son intention de franchir les barrières. Le film devient ainsi très personnel et parfois émouvant. Un point de vue qui contraste avec la perspective inhumaine des caméras de contrôle des frontières espagnoles. Après plusieurs tentative ratés, Abou a réussi à franchir la frontière et vit aujourd'hui à Kempten en Bavière. Il sera présent à la soirée du film et sera ravi de répondre à nos questions après le film. La Kora d'Afrique de l'Ouest jouée par Ablaye Kouyaté agrémentera cette riche soirée.
Le film est en français et en bambara avec des sous-titres allemands.
Cet évènement est organisé en partenariat avec Bunt statt Braun e.V., le projet «Hand in Hand (Main dans la main)» de Stadt und Landkreis Bayreuth et soutenu financièrement par Demokratie Leben.


ENGLISH
There are lots of different ways to enter Europe from Africa. A tourist visa is more the exception than the rule, a study visa is granted to a lucky minority. We all know that again and again an uncountable number of people drowns in the Mediterranean Sea while trying getting into Europe. But there are other, maybe not less dangerous ways. One of them was not only gone through but also filmed by Abou Bakar Sidibé from Mali being also the protagonist and the co-director at the same time. Spain has two enclaves at the African territory, Melilla and Ceuta. Both are separated from Morocco through high-security fences. Regularly, People try to climb the barriers which is everything but easy. A German and a Danish director gave a camera to Abou so that he can film the daily life of the people living often for a quite long time in the camps in the forest near the border preparing their next trial to cross the border. What makes this film so special is the perspective from somebody sharing the intention to cross the barriers. This makes the movie very personal and sometimes emotional which is contrasted by the inhumane perspective of the Spanish border control cameras. After several failed trials Abou succeeded in crossing the border and today he lives in Bavaria, Kempten. He will be present at the showing of film and will be pleased to answers our questions after the film. West-African Kora music played by Ablaye Kouyaté will accompany the evening.
21. October, 19:00 pm, free entry, the film is in French and Bambara and has German subtitles.
Organised by Model African Union e.V. in cooperation with Bunt Statt Braun e.V. , the project "Hand in Hand" von Stadt und Landkreis Bayreuth and financially supported by Demokratie Leben.

Download
Filmbeschreibung auf Deutsch, Englisch und Französisch
Filmbeschreibung_Les_Sauteurs.pdf
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Einladung Vernetzungstreffen oberfränkischer Unterstützergruppen am 23. und 24. September 2017

Liebe Aktive in der Asylarbeit,
 
die Sommerferien stehen vor der Tür - wir möchten neue Kraft sammeln und uns für die künftige Arbeit stärker zusammenschließen und bitten, folgenden Termin für ein Vernetzungstreffen oberfränkischer Unterstützergruppen vorzumerken:
 
am Samstag, 23. und Sonntag, 24.September
in der Franken-Akademie Schloß Schney bei Lichtenfels
Wir wollen Erfahrungen und Informationen austauschen, uns besser kennenlernen und uns gegenseitig zu unterstützen!
Vorläufiges Programm
Sa 23.09.2017
9:00-10:00 Begrüßung, Vorstellung
10:00-12:00 Alexander Thal, Bayerischer Flüchtlingsrat zur aktuellen Asylsituation in Bayern
Mittagspause
13:00-15:30 verschiedene Workshops/WorldCafé zur ZAB, zu  Afghanistan, zu Best-Practice-Beispiele und zu zukünftiger Vernetzung
Kaffeepause
16:00-17:00 Sicherung der Ergebnisse
17:00-18:00 Ausblick und Diskussion
 Abendessen und gemütlicher Teil
So 24.09.2017 
9:00-12:00 Vortrag von Dipl.-Psych. Hans Berwanger "Emotionales Selbstmanagement für (ehrenamtliche) Flüchtlingshelfer" 
 
Kosten: 10 € Eigenanteil + 10 € Einzelzimmerzuschlag. Genaueres Programm bei Anmeldung.
 
Wir freuen uns, wenn viele von Ihnen und Euch kommen und teilnehmen können, denn gemeinsam sind wir stärker!
Anmeldungen bis zum 14.9 unter Angabe ob Einzelzimmer oder Doppelzimmer gewünscht bitte an: kontakt@buntstattbraun-bt.de

Café International sucht Unterstützung und Kuchen

Das Café International sucht zur Unterstützung Ehrenamtliche, die Spaß am Umgang mit Menschen haben, gut auf Menschen zugehen können, vielleicht die eine oder andere Fremdsprache sprechen und einigermaßen regelmäßig da sein können.
Wir freuen uns auch, wenn jemand gelegentlich einen Kuchen backen und ins Café bringen kann. (Auslagen werden erstattet.)

 

Wo?
Gemeinschaftsunterkunft Wilhelm-Busch-Str. 5, Sozialraum EG
Wann?
Mittwoch, 16.30 bis 18.00 Uhr
Freitag, 16.30 bis 18.30 Uhr
Team:
Conny Hersch, Marianne Esser, Daniela (cafeinternational@buntstattbraun-bt.de)

 

Schaut einfach mal bei uns vorbei!

Lesung: "Mut zu neuen Wegen"

Said Azami, ein afghanischer Asylbewerber, der seit fast drei Jahren in Deutschland lebt, hat gemeinsam mit der Schwetzinger Stadträtin Raquel Rempp seine ganz besondere Lebensgeschichte zu Papier gebracht: Die Geschichte eines Mannes, der aus seinem Land fliehen, seine Heimat verlassen musste. Das Buch umfasst viele geschichtliche, politische und menschliche Erzählungen und gewährt dem Leser zugleich Einblicke in eine für uns Mitteleuropäer völlig fremde Kultur und Welt. Es lässt uns schonungslos teilhaben an den Ängsten und Erfahrungen der Menschen in Afghanistan.

Said Azami spart nicht an ehrlicher Kritik am System. Darüber hinaus äußert er seine Träume und Wünsche in klaren Worten wie auf poetische Weise. Der Autor erzählt über seine zum Teil brutale Kindheit, über sein Leben als Jugendlicher in Afghanistan, über die lebensgefährliche Flucht über hohe Gebirge, dunkle Wälder, tiefe Täler und wilde Ozeane. Er beschreibt sein Ankommen in Europa, vor allem in Deutschland. Said Azami lässt den Leser teilhaben an seinen Gefühlen: Wie es war als Sohn eines Mullahs in einem kleinen Dorf im Norden Afghanistans zu leben, den Einmarsch der Sowjetunion ins Land miterleben zu müssen, am eigenen Leib die Bürgerkriege der Mudschaheddin und der Taliban zu erfahren sowie den Verlust der Eltern und vieler anderer Familienangehörigen ertragen zu müssen. Er berichtet uns über den harten Kampf ums Überleben.
Said Azami und Raquel Rempp lesen gemeinsam aus dem Buch "Mut zu neuen Wegen".

Die Lesung findet am 30. September um 19:00 im evangelischen Bildungswerk, Richard Wagner Straße 24 statt.