Weiterdenken-Wochenende 2018 auf Schloss Schney

Ein Bericht von Christian


Am Wochenende fand auf Schloß Schney das bereits Tradition gewordene „Weiterdenken-Wochenende“ statt.
Bei strahlendem Sonnenschein und eisigen Temperaturen haben wir uns einerseits über unsere Arbeit bei BUNT statt Braun, die aktuellen Herausforderungen und um die weitere Ausrichtung unseres Vereins Gedanken gemacht. Andererseits haben wir die gemeinsame Zeit genutzt, um uns (besser) kennenzulernen und dabei einfach die Gemeinschaft in dem wunderschönen Ambiente genossen:
Ich selbst war zum ersten Mal mit auf Schney dabei und sehr gespannt, wie das Wochenende wird. Auch deshalb, weil ich BUNT statt Braun noch stark von außen sehe.
Meine Erwartungen, den Verein und die teilnehmenden Mitglieder besser kennenzulernen und Ansatzpunkte für mein eigenes Aktivwerden im Verein zu finden, haben sich voll erfüllt. Ich gehe mit vielen konstruktiven Impulsen, einer spannenden to-do-Liste und mit einem gewachsenen Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt in die nächsten Wochen und Monate.
Im Folgenden möchte ich Euch einen kurzen thematischen Überblick über das Wochenende geben:
Am Freitag haben wir uns über unsere persönlichen Erwartungen und Wünsche für das Wochenende ausgetauscht. Wir haben Themen formuliert, die wir bearbeiten wollen und haben diese priorisiert. Am Samstag und Sonntag haben wir dann in Gruppen die einzelnen Themen ausgearbeitet und anschließend gemeinsam besprochen.
Die Themen waren:
- politische Ausrichtung des Vereins
- wie erhalten Geflüchtete Informationen über den Verein + aktive Einbeziehung von Geflüchteten in den Verein
- Raumnutzung in der Wilhelm-Busch-Straße
- Kommunikation innerhalb des Vereins (Mitglieder – Vorstand)
- Flyer-Gestaltung
- 25 Jahre BUNT statt braun
Im Laufe des Wochenendes haben wir uns die Stärken und Schwächen von BUNT statt braun bewusstgemacht. Dabei standen bei der Themenbearbeitung und in den Diskussionen die Fragen nach dem
- warum? / wozu?
- wie?
- was?
immer im Zentrum.
Die Frage nach dem „warum?“/“wozu?“ liefert den Grund, warum es BUNT statt braun gibt und warum ich mich in diesem Verein engagiere. Diese Frage muss als erstes beantwortet sein. Die Fragen nach dem „wie?“ und „was?“ folgen danach. Und die Beantwortung dieser zwei Fragen ergibt sich aus dem „warum?“/“wozu?“.
In der gemeinsamen Diskussion hat sich das Einstehen und Streiten für die Grund- und Menschenrechte als starkes „warum?“ / „wozu?“ herauskristallisiert. Es ist sozusagen die Herzensangelegenheit von BUNT statt braun. Eine Herzensangelegenheit ist in erster Linie eine bewusst getroffene Willensentscheidung. Beherzt halt. Die damit verbundenen Gefühle (positiv/negativ und stark/schwach) sind Folge dieser Herzenshaltung.
Dieses Einstehen und Streiten für die Grund- und Menschenrechte wollen wir („wie?“:) mit Respekt persönlicher Wertschätzung und Menschlichkeit machen. Hierzu sind eine klare (innere und äußere) Haltung und Positionierung, Aufrichtigkeit, Anstand und eine respektvolle Sprache notwendig.
Hieraus ergeben sich dann die Vereinsaktivitäten von BUNT statt braun („was?“):
- die in der Öffentlichkeit nicht sofort sichtbare Gruppen- und Einzelarbeit mit Geflüchteten (Kinder- und Jugendgruppen, internationales Café, Nachhilfe, Deutschkurse, Sprachfreundschaften, Frauentreff, Nähcafé, Repaircafé, Wohnungssuche, Malgruppen, Gartengruppe, Schulungen & Fortbildungen, Stockwerkstreffen und all die guten Aktivitäten, die jedes einzelne Mitglied so nebenbei macht, ohne dass sie in einem Organigramm auftauchen)
Diese Aufgabe ist die eine Herzhälfte von BUNT statt Braun (keine Ahnung, ob es die linke oder die rechte ist und wohl auch egal) und es ist wunderbar, zu sehen und mitzuerleben, mit welcher Courage und Disziplin jeder einzelne sich diesen Aufgaben stellt!
- die öffentlichkeitswirksame Arbeit mit Mahnwachen, Demos, Podiumsdiskussionen, Protestbriefen, Vorträgen, Leserbriefen, der Auftritt in den sozialen Medien, etc. Sie ist die zweite Herzhälfte.
Mit unseren persönlichen Erfahrungen aus der ersten Herzhälfte können wir fundiert und sachlich und auch selbstbewusst in der Öffentlichkeit unsere Stimme erheben und für die Grund- und Menschenrechte einstehen. Das geschieht dann nicht von oben herab, oder als Forderung von außen, sondern heraus aus unserem gelebten Alltag und dem dort erworbenen Wissen und Know-How. Und weil wir tagtäglich Beziehung untereinander leben und den Herzschlag kennen.
Beide Herzhälften gehören zusammen, bilden ein Ganzes, fördern und beleben sich gegenseitig. Damit diese Herzhälften auch richtig zusammenwachsen können, ist das persönliche Gespräch und die persönliche Begegnung untereinander die Grundlage.
So wie Günther es am Wochenende formuliert hat: Persönliche Nähe ist der Kitt dafür, dass BUNT statt braun ein lebendiger Organismus bleibt/wird.
Ein gesundes, starkes, durchtrainiertes, weiches Herz! Das stetig schlägt und nicht aufhört zu schlagen. Mal schneller, mal langsamer. Aber eben stetig.
In diesem Sinn weise ich hiermit gleich mal auf das nächste Gruppenkoordinator*innen-Treffen und Plenum am Mittwoch, den 14.03. hin. In diesem Rahmen können wir dann auch ausführlich über die Themen vom Weiterdenken-Wochenende sprechen. Und natürlich auch über das, was in Schney nicht angesprochen worden ist.
Bitte merkt Euch den Termin schon mal vor. Ich freue mich auf alle persönlichen Begegnungen und bin einfach gespannt, wie sich BUNT statt Braun weiterentwickelt.
Also: weiter gemeinsam beherzt voran! Gemeinsam stark für Flüchtlinge!

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BSB-Weiterdenken-Wochenende_Rück-und-Aus
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