Schutz und Sicherheit für Aaminas Kinder - Helfen Sie mit! 

 

Aamina trägt ein oliv grünes Kopftuch, passend dazu ein bodenlanges geblümtes Kleid mit langen Ärmeln. Ähnlich wie auch die anderen somalischen Frauen im Raum sitzt sie entspannt auf einem Sofa und beobachtet das Mensch-ärgere-dich-nicht Spiel, das vier Männer auf dem Boden in der Mitte des Zimmers spielen. Aamina drückt mir eine heiße Tasse süßen Gewürztees in die Hand und schenkt allen nach. Dann fängt sie an zu erzählen – über sich, über ihre aktuelle Situation und über ihre Familie, die noch in Somalia ist. Während sie spricht streicht sie sich immer wieder über den gewölbten Bauch. Aamina ist im achten Monat schwanger.

 

 


Dinsor liegt östlich von Baidoa. Quelle: Wikipedia
Dinsor liegt östlich von Baidoa. Quelle: Wikipedia

Aamnia benötige Unterstützung da die Stadt in der ihre Familie lebte zwischen die Fronten einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der Al-Shabaab Milizen und der AMISOM Soldaten geraten ist. 


Die Kleinstadt heißt Diinsoor und liegt in der Bay Region. Bis vor etwa 4 Wochen lebten ihre sieben Kinder, die sie zurücklassen musste als sie zur Flucht gezwungen war, gemeinsam mit Aminas Mutter und ihrem Vater. Ihre Mutter war Subsistenz Landwirtin, ihr Vater arbeitete als Lehrer in der lokalen Schule. Bereits zu dieser Zeit war das Leben in Diinsor geprägt von den Unruhen und den Zwängen der Al-Shabaab Milizen, die die lokale Bevölkerung kontrollierten und drangsalierten. Immer wieder kam es zu öffentlichen Exekutionen, Amputationen und Auspeitschungen von angeblich regierungstreuen Bürgern der Stadt durch die Al-Shabaab Milizionäre.

 

Quelle: Daily Nation
Quelle: Daily Nation

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen der Friedensmission und den radikal islamischen Terrormilizen floh Aaminas Familie nach Mogadishu, der Hauptstadt Somalias, die dem Einfluss der Regierung unterliegt. Auch dort kommt es zwar immer wieder zu Anschlägen auf Regierungsmitarbeiter oder Mitglieder internationaler Organisationen, die Zivilgesellschaft wird jedoch weitestgehend verschont. Die Familie ist dort in Sicherheit vor Gewaltanschlägen, allerdings stehen sie vor dem Nichts. Sie konnten auf der Flucht kaum etwas mitnehmen, weder Kleidung noch Alltagsgegenstände. Einen funktionierenden Arbeitsmarkt auf dem die Eltern schnell Fuß fassen könnten gibt es nicht. Zunächst ist die Familie bei Aaminas Bruder, seiner Frau und ihren 5 Kindern in einer 2 Zimmerwohnung untergekommen. Auf Dauer ist diese Situation jedoch nicht tragbar. Es mangelt am Notwendigsten: Nahrungsmitteln, Hygieneartikel und Kleidung.

 

„Meine Kinder schlafen auf dem bloßen Boden. Matratzen gibt es nicht, auch keine Matten oder Decken. Am Telefon haben sie mir erzählt, dass ihre Haut juckt und sie teilweise einen schmerzhaften Ausschlag bekommen haben.“

 

Ein Zurück in die Heimatstadt ist zu diesem Zeitpunkt unter keinen Umständen möglich, denn die Lage in Diinsoor bleibt weiter angespannt. Es gibt Drohungen der Al-Shabaab, die sich an die Menschen richten, die geflohen sind. Verräter würden grausam bestraft und brutal getötet werden. Aaminas Angst gilt vor allem dem Wohl ihrer Töchter. Immer wieder machen Geschichten über Vergewaltigungen die Runde und dies gleichermaßen von UN-Soldaten und Al-Shabaab Kämpfern. 

 

 

Aamina erzählt all dies eindringlich. Wichtige Textpassagen unterstreicht sie mit einer kurzen Handbewegung. Es ist als ob das restliche Geschehen im Raum in den Hintergrund tritt. Die Männer hören auf zu spielen und packen das Spielbrett weg. Sie verlassen den Raum. Eine Frau holt einen blau gemusterten Gebetsteppich hervor und beginnt das Nachmittagsgebet, nach ihr wiederholt eine andere Frau das ganze. Aamina bleibt sitzen. Sie ist zum Ende ihrer Beschreibung gekommen, blickt mir tief in die Augen um sich zu versichern, dass ich verstanden habe um was es ihr geht. 

 

Zu ihrer Person:

Wer Aamina kennenlernt erahnt nicht, was sie bereits durchgestanden hat oder welchen Herausforderungen sie heute begegnet. Sie ist voller positiver Energie und strahlt eine unglaubliche Stärke bei gleichzeitiger Sanftmütigkeit aus. Seit ihrer Ankunft in Bayreuth ist sie im Rahmen von Bunt statt Braun engagiert. So wurde sie bereits im April 2011 Teil einer Deutsch-Somalischen Frauengruppe, welche sich regelmäßig zum kulturellen und sozialen Austausch traf. Dort konnte sie ihre Deutsch Kenntnisse erweitern und lang anhaltende Freundschaften aufbauen. Gleichzeitig traf sie sich ebenfalls regelmäßig mit anderen Frauen (Geflüchteten und Bayreutherinnen) im Kreis eines offenen Frauen-Cafés. Aamina half regelmäßig bei Festen von Bunt statt Braun, indem sie die Vorbereitungen sowie die Herstellung kulinarischer Köstlichkeiten organisierte. Um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern ging sie eine Patenschaft mit einer Studentin ein, mit der sie sich wöchentlich traf. Ihre Deutschkenntnisse verbesserten sich zunehmend so, dass sie heute als eine von wenigen Somalierinnen in Bayreuth ehrenamtliche Übersetzungsdienste für die Regierung von Oberfranken, aber auch das Klinikum Bayreuth übernimmt.

 

Sie absolvierte bereits diverse Praktika im Bereich der Altenpflege und arbeite in den letzen Monaten als Küchenhelferin in einem Seniorenzentrum. Dort möchte sie nach dem Mutterschutz eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolvieren.

 

 

Aamina ist eine sehr hilfsbereite, unterstützende und ihren Gegenüber ermächtigende Frau. Sie hat stets ein offenes Ohr für die Belange und Probleme der Menschen in ihrem Umfeld. Besonders von Mitliedern der Somalischen Gemeinschaft in Bayreuth wird sie dafür hoch geschätzt. So ist sie unter anderem eine wichtige Ansprech- und Vertrauensperson für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus ihrem Heimatland, die in Bayreuth in der Jugendhilfeeinrichtung Condrobs e.V. untergebracht sind.

 

Aamina ist aber auch ein wichtiger Teil der Bayreuther Gesellschaft geworden weshalb ihre Situation uns allen sehr nahe geht. Was geschehen ist, liegt außerhalb ihres Einflussbereiches. Jeder Mensch kann durch eine Verkettung unerwarteter Ereignisse in eine Situation geraten in der er oder sie Unterstützung benötigt. Bei Aamina ist es ein politischer Konflikt, der seit Jahren vor sich hinschwelte und durch seine Eruption nun ihre Familie, ihre Kinder in eine Notlage gebracht hat, während sie durch ihre fortgeschrittene Schwangerschaft nicht sofort aktiv darauf reagieren kann. Deswegen haben wir uns entschlossen uns für sie einzusetzen und ihr die Unterstützung teil werden zu lassen, die sie ihren Mitmenschen seit Jahren zukommen lässt.

 

 

Unsere Ziele: 

Als kurzfristiges Ziel gilt es nun die Situation der Familie in Somalia zu stabilisieren. Das bedeutet das Anmieten einer Wohnmöglichkeit (ein günstigeres Wellblechhaus ist für etwa 90 € monatlich zu haben), die grundlegende Ausstattung zu beschaffen (Schlafmöglichkeiten, Küchenutensilien, usw.), eine Grundausstattung an Kleidung und die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern –bzw. für die kommenden Wochen sicher zustellen. Auf Basis der aktuellen Preise in Mogadishu gehen wir von Kosten von 800 € für die nächsten 3 Monate aus.


Langfristiges Ziel kann nur der Familiennachzug der Kinder zu ihrer Mutter sein. Dies ist ein aufwendiges rechtliches und bürokratisches Verfahren, zudem nötige Strukturen in Somalia kaum existieren. Dennoch gibt es Möglichkeiten, über die wir Aamina von einem spezialisierten Fachanwalt informieren und beraten lassen möchten. Eine Erst-Beratung (inklusive Fahrtkosten nach München) liegen bei weiteren 200 €.

 

Über crowdfunding, also der Sammlung von Spenden über das Internet bei dem eine Vielzahl von Menschen kleinere oder größere Beträge beisteuert, möchten wir das von uns gesteckte Ziel von 1000€ erreichen. Damit wäre eine Nothilfe für die Kinder sichergestellt und eine anwaltliche Beratung von einem Spezialisten möglich. 

 

 

"Aamina" bedeutet "Sicherheit" auf arabisch. Unterstützen Sie sie dabei, die Sicherheit, die Aamina in Bayreuth fand auch für ihre Kinder wahr werden zu lassen! 


Spenden bitte unter Angabe des Verwendungszweckes "Aamina" an:

Bunt statt Braun, Gemeinsam stark für Flüchtlinge

BIC: GENODEF1S06

IBAN: DE67 7609 0500 0003 8954 40


oder auf der crowdfunding Seite betterplace.org. Dort kann auch per Paypal oder Kreditkarte ein Beitrag geleistet werden : 

https://www.betterplace.org/de/projects/33904-schutz-und-sicherheit-fur-aaminas-kinder-unterstutzen-sie-sie 




 ***Spendenquittungen können in diesem Einzelfall leider nicht ausgestellt werden.***