Abschluss statt Abschiebung - Albina braucht ihren Schulabschluss!

Kundgebung am 02.02.15 um 16 Uhr vor dem Neuen Rathaus

Albina ist 19 Jahre alt, geht hier bei uns in Bayreuth auf die Berufschule 1 und  möchte  im Sommer ihren Schulabschluß machen. Sie träumt von einer Ausbildung. Doch das soll ihr nun verwehrt werden. Letzte Woche erhielt sie von der Ausländerbehörde Bayreuth einen Abschiebebescheid nach Serbien. Bereits am kommenden Mittwoch, 4.2.2015 soll sie abgeschoben werden!

 

Albina wohnt mit ihrem Vater, der schon seit 2004 hier ist, und ihren vier jüngeren Geschwistern in Bayreuth. Alle Kinder gehen zur Schule. Die Stadt mit all ihren Bewohnern ist für die ganze Familie zur neuen Heimat geworden. Albina hat sich hier, in den vier Jahren in denen sie mit ihren Geschwistern hier ist, ein soziales Umfeld aufgebaut und sie fühlte sich hier wohl und nach all dem was sie in der Vergangenheit erlebt hat vor allem auch sicher. Der Vater tut alles in seiner Macht stehende für seine Kinder. Er arbeitet in Festanstellung so, dass sie ohne finanzielle Hilfe leben können. Die Kinder gehen in verschiedene Vereine, machen Sport und sind alle gut integriert. - Wenn da nicht die Sorgen um Albinas Zukunft und die furchtbare Angst vor der bevorstehenden Abschiebung wären.

 

In ihrer Vergangenheit mussten Albina und ihre Geschwister viel durchmachen. Die Kinder wohnten bis 2011 bei der Mutter in Serbien. Die Familie ist albanischer Abstammung - einer ethnischen Minderheit in Serbien. Das Dorf aus dem sie stammt, liegt im Grenzgebiet von Serbien, Kosovo und Mazedonien. Es wurde in dem stetig schwelenden Konflikt vermehrt angegriffen und zerstört. Was die Mutter mit ihren Kindern zunächst obdachlos machte. Sie war nicht in der Lage die Kinder weiter zu versorgen. Als sie aus dieser Konsequenz Albina regelrecht auf die Strasse setzte, entschied sich der damals bereits in Deutschland lebende Vater, dass es höchste Zeit war, die 5 Kinder zu sich nach Deutschland zu holen.

 

Albina ist mittlerweile volljährig und soll dem Ausländeramt Bayreuth zu folge noch bevor sie ihren Schulabschluss bekommt, nach Serbien abgeschoben werden: In ein Land, in dem sie keinerlei Familie mehr hat und keine sozialen Netzwerke sie auffangen können. Das bedeutet: Wenn Albina am Mittwoch zurück muss, ist das für sie der sichere Weg in die Obdachlosigkeit. Dazu kommt: Sie spricht aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit, kein Serbisch, wird aber von den deutschen Behörden nach Belgrad geflogen. Von da an wird sie auf sich allein gestellt sein. Ohne staatliche Hilfen, ohne die Sprache zu kennen, ohne Familie. In ein Land, in dem Menschen- und Minderheitenrechte oft lediglich auf dem Papier gewährleistet sind und Menschen albanischer Herkunft diskriminiert und angegriffen werden.

 

Albina ist ein ganz normales Mädchen. Sie geht gerne mit ihren Freunden weg, ihr Lieblingsplatz in Bayreuth ist der Hofgarten, sie mag Volleyball und ist gerne im KOMM, dem kommunalen Jugendzentrum. Die Schule macht ihr Spaß, sie spricht immer besser Deutsch und fühlt sich hier angenommen und zuhause. Gerne bringt sie sich aktiv bei verschiedenen Angeboten ein. Beispielsweise hat Albina Letzten Sommer beim Ferienprojekts “Open eyes – open minds” mit jugendlichen Flüchtlingen teilgenommen. Die Fotoausstellung war nicht nur für die junge Frau ein tolles Erlebnis, sondern so erfolgreich das Bayreuth sogar zwei Hauptpreise bei der Jugendkunsttrinnale gewonnen hat.

 

Albina hat schreckliche Angst vor der Abschiebung. Auch weil sie an Epilepsie erkrankt ist und seitdem regelmäßig Tabletten nehmen muss. Die Krankheit wurde in Serbien nicht behandelt, so dass sie jetzt unter Muskelschäden aus leidet. Die enorme Stresssituation, in der sie sich jetzt wiederfindet, wirkt sich zusätzlich negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Die Anfälle kommen öfter, so dass die Dosis massiv erhöht wurde. Die medizinische Versorgung für Albina nach der Abschiebung ist nicht gewährleistet.

 

 

Außerdem kann Albina auch nicht ohne weiteres in das Arbeitsleben in einsteigen. Sie besitzt ja noch keinen Schulabschluss. Weder einen Serbischen, noch einen Deutschen. 

 

 

Deshalb: Albina muss bleiben zumindest so lange hierbleiben dürfen bis sie ihren Schulabschluss in der Tasche hat! Albina darf nicht in einer Hauruck-Enscheidung behördlicher Willkür in die Obdachlosigkeit und drohende Verelendung abeschoben werden! Bayreuth ist ihre Heimat geworden! Und sie ein Teil der Bayreuther Bevölkerung.

 

Wir fordern die Ausländerbehörde Bayreuth auf, eine Aussetzung der Abschiebung zu veranlassen, bis Albina im Sommer ihren Schulabschluss macht.

 

Diese Entscheidung liegt im Ermessensspielraum der Stadt!

 

Wir fordern Frau Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe auf, den Stadtratsbeschluss vom Mai 2013 umzusetzen.

Der Beschluss sieht vor, dass Entscheidungen, wo es einen Ermessensspielraum gibt, immer zu Gunsten der betroffenen Ausländer, Asylbewerber oder Flüchtlingen  betroffenen Ausländer*innen, Asylbewerber*innen oder Flüchtlingen getroffen werden muss.


Forderungen jetzt unterschreiben!