Flashmob - für eine menschenwürdige Asylpolitik

Gemeinsam mit Euch wollen wir mit einem FLASHMOB auf das Massensterben von Schutzsuchenden an den Grenzen der EU aufmerksam machen.

 

Wann: Samstag, den 08. November 2014 um 12:00 Uhr

(Treffen: 11:45 Uhr)

 

Wo: Maximilianstraße in Bayreuth (vor Karstadt)

 

Mitzubringen: Kreide (am besten weiß)

 

Ablauf:

 

1. Suche Dir einen Partner am Treffpunkt.

2. Positioniert Euch mit einem 3-Meter-Abstand zum nächsten Paar auf dem Marktplatz.

3. Bei Ertönen dreier aufeinanderfolgender Trommelschläge (12 Uhr) lässt sich Partner A auf den Boden sinken.

4. Zeichne jetzt mit Kreide den Umriss Deines auf dem Boden liegenden Partners (wie bei einer Spurensicherung am Tatort).

5. Schreibe in den Umriss

a. Einen afrikanischen/arabischen Namen

b. + 2014

c. Mittelmeer

6. Positioniert Euch nun neu und wiederholt beim nächsten Trommelschlag das Fallenlassen und Umzeichnen. Dieses Mal lässt sich Partner B fallen.

7. Verlasst in Stille den Marktplatz bei Wiederertönen der drei Trommelschläge.

 

Die Toten können ihre Geschichte nicht erzählen. Deshalb werden auch wir während der Aktion schweigen.

 

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Warum wir protestieren:  

Auf der Flucht vor Krieg und politischer Verfolgung sind allein in diesem Jahr schon mehr als 3.000 Schutzsuchende auf ihrem Weg in die EU ums Leben gekommen. Vor allem das Mittelmeer hat sich hierbei rasant zu einem großen Massengrab vor den Grenzen der EU entwickelt. Schlepperbanden machen sich die Situation in Afrika und in der arabischen Welt zu Nutze und beuten die Flüchtlinge massiv aus. Für ihre Sicherheit sorgen sie bei den gefährlichen Überfahrten nicht. So überlebten vor kurzem nur 11 von 500 Personen den Untergang eines hoffnungslos überfüllten Flüchtlingsbootes. Für 489 Menschen wurde diese letzte Etappe bis zum rettenden europäischen Festland zur Fahrt in den Tod.

 

Was wir erreichen wollen:

Dies ist kein blanker Protest! Mit dem FLASHMOB wollen wir auch auf Lösungsansätze aufmerksam machen. Wir fordern, Deutschland sollte auf der Asylrechtsebene voranschreiten und ein geschütztes Einreiseverfahren (Protected Entry Procedures – PEP) einführen. Dieses Verfahren ermöglicht den Schutzsuchenden, Asyl bereits bei den deutschen Botschaften in ihren Heimatländern sowie in Transitländern zu beantragen. Somit wären Asylsuchende nicht mehr gezwungen, für ihr Anliegen europäisches Hoheitsgebiet zu erreichen und sich dabei den diversen Lebensgefahren auszusetzen. Zugleich wird damit den kriminellen Schlepperbanden weitgehend das Geschäftsmodell entzogen. Das Verfahren der geschützten Einreise ist so schnell wie möglich auf die EU auszuweiten, um für eine gerechte Lastenverteilung und eine breitere Akzeptanz in den Aufnahmeländern sicherzustellen.

 

Parallel dazu sollte die Bundesregierung sich aktiv dafür einsetzen, die italienische Seenotrettungsoperation Mare Nostrum zu europäisieren und mindestens im gleichen Umfang aufrechtzuerhalten. Die von der EU gestartete Folgeoperation Triton wird dem nicht gerecht. Durch den deutlich verkleinerten Aktionsradius ist wieder mit einer steigenden Zahl an Toten zu rechnen.

 

Im Rahmen von Mare Nostrum wurden seit Oktober 2013 bereits mehr als 40.000 Menschen gerettet und mehr als 200 Schlepper festgenommen. Dies verdeutlicht einerseits den Erfolg, andererseits aber auch die Notwendigkeit einer Fortsetzung dieser Operation im gleichen Umfang. Die Europäische Union ist gefordert, sich nun ihrer Verantwortung im Mittelmeer wahrhaftig zu stellen und zukünftig ein geschütztes Einreiseverfahren zu ermöglichen.

 

Informative Links:

 

Video zum eingangs erwähnten Flüchtlingsunglück

 

Zusammenfassung der aktuellen Situation im Mittelmeer mit Lösungsansatz

 

Bericht über den Beginn der Operation Triton